Warum eine Dynamik-Klausel bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig ist
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird häufig schon in jungen Jahren abgeschlossen und über sehr lange Zeiträume geführt – nicht selten liegen zwischen Vertragsabschluss und einem möglichen Leistungsfall zwei, drei oder mehr Jahrzehnte. Was in diesem langen Zeitraum leicht übersehen wird: Eine heute vereinbarte, feste BU-Rente ist in 20 oder 30 Jahren real deutlich weniger wert, selbst wenn sich die nominale Zahl auf dem Papier nicht ändert.
Wie Inflation eine fixe Rente entwertet
Inflation beschreibt den fortlaufenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Steigen die Lebenshaltungskosten im Schnitt um einige Prozent pro Jahr, sinkt gleichzeitig die Kaufkraft eines fixen Geldbetrags. Eine BU-Rente von beispielsweise 2.000 Euro, die heute den Lebensunterhalt decken würde, reicht unter diesem Effekt in zwanzig Jahren möglicherweise nicht mehr annähernd aus, um denselben Lebensstandard zu finanzieren – selbst wenn die vertraglich vereinbarte Zahl unverändert bleibt.
Der Effekt mag pro Jahr klein erscheinen, summiert sich aber über lange Laufzeiten erheblich. Über zwei oder drei Jahrzehnte kann die reale Kaufkraft einer fixen Rente auf einen Bruchteil ihres ursprünglichen Werts sinken.
Was ist eine Dynamik-Klausel?
Um diesem Effekt entgegenzuwirken, bieten viele Berufsunfähigkeitsversicherungen eine sogenannte Dynamik an. Dabei wird die versicherte Rente automatisch – meist jährlich – um einen festen Prozentsatz oder gekoppelt an einen Index erhöht. Im Gegenzug steigt in aller Regel auch der zu zahlende Beitrag anteilig, da mit der höheren versicherten Leistung auch das versicherte Risiko wächst.
Manche Verträge erlauben es, eine einzelne Dynamikerhöhung im Einzelfall abzulehnen, etwa wenn der zusätzliche Beitrag gerade finanziell nicht tragbar ist. Wie genau das im eigenen Vertrag geregelt ist, sollte vor Vertragsabschluss genau geprüft werden.
Wie stark wirkt sich das konkret aus?
Nehmen wir an, jemand möchte heute eine BU-Rente von 2.000 Euro absichern und rechnet mit zwanzig Jahren bis zu einem möglichen Leistungsfall sowie einer durchschnittlichen Inflationsrate von etwa zweieinhalb Prozent pro Jahr. Um am Ende dieser zwanzig Jahre dieselbe reale Kaufkraft wie heute zu haben, müsste die tatsächliche Rente auf über 3.200 Euro angewachsen sein. Ohne eine entsprechende Dynamik-Klausel würde die vereinbarte Rente jedoch bei 2.000 Euro verharren – ein realer Kaufkraftverlust von weit über einem Drittel.
Diese Größenordnung macht deutlich, warum die Dynamik-Frage bei langfristigen BU-Verträgen keine Nebensächlichkeit ist, sondern eine der wichtigsten Stellschrauben für den tatsächlichen Werterhalt der Absicherung.
Worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten
- Je jünger Sie beim Vertragsabschluss sind, desto länger die potenzielle Laufzeit bis zum Leistungsfall – und desto wichtiger die Dynamik.
- Prüfen Sie, wie die Dynamik im konkreten Vertrag berechnet wird und ob sie automatisch oder nur auf Antrag erfolgt.
- Berücksichtigen Sie, dass eine höhere Dynamik auch einen entsprechend höheren Beitrag über die Zeit bedeutet.
Sehen Sie selbst, wie stark sich Inflation über Ihre Vertragslaufzeit auswirkt.
Zum Dynamik-Rechner →Häufige Fragen
Was genau ist eine Dynamik-Klausel?
Eine Vereinbarung, nach der die versicherte BU-Rente automatisch, meist jährlich, um einen festen Prozentsatz oder einen Index angehoben wird.
Erhöht eine Dynamik auch den Beitrag?
Ja, in der Regel steigt mit der versicherten Rente auch der zu zahlende Beitrag anteilig mit.
Kann ich eine Dynamik-Erhöhung ablehnen?
Viele Verträge erlauben es, eine einzelne Dynamikerhöhung abzulehnen, oft jedoch mit Einschränkungen für künftige Erhöhungen. Details regelt der jeweilige Vertrag.
Ist eine Dynamik bei jeder BU-Versicherung sinnvoll?
Besonders bei langen Vertragslaufzeiten ist eine Dynamik sinnvoll, da der Effekt der Inflation über viele Jahre erheblich sein kann.
Was passiert ohne Dynamik-Klausel?
Die vereinbarte Rente bleibt nominal gleich, verliert aber über die Jahre real an Kaufkraft, da die Lebenshaltungskosten in der Regel steigen.