BU-Rente Faustformel-Rechner

Eine häufig genannte Faustregel besagt: Versichern Sie ungefähr 70–80% Ihres Nettoeinkommens als monatliche BU-Rente. Der Hintergrund: Eine Berufsunfähigkeitsrente wird in der Regel steuerfrei ausgezahlt, enthält dafür aber keine Rentenbeiträge und keine Werbungskosten mehr, die bei einem aktiven Einkommen anfallen würden. Diese Faustformel ist ein guter erster Anhaltspunkt, ersetzt aber keine detaillierte Bedarfsanalyse.

Hinweis: Dies ist ein vereinfachter Startpunkt, kein Ersatz für eine detaillierte Bedarfsanalyse. Für eine präzisere Berechnung nutzen Sie die detaillierte Bedarfsermittlung.
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Warum 70–80% des Nettoeinkommens?

Wer berufsunfähig wird, verliert zwar sein Erwerbseinkommen, hat aber gleichzeitig geringere Ausgaben: Keine Rentenversicherungsbeiträge mehr, keine Fahrtkosten zur Arbeit, oft auch geringere Steuerlast, da die BU-Rente steuerfrei zufließt. Aus diesem Grund reicht in der Praxis meist eine Absicherung von 70–80% des vorherigen Nettoeinkommens aus, um den Lebensstandard zu halten.

Rechenbeispiel: Bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 3.200 € und einem Absicherungsgrad von 75% ergibt sich: 3.200 € × 0,75 = 2.400 € empfohlene monatliche BU-Rente. Bei 70% wären es 2.240 €, bei 80% wären es 2.560 €. Die Spanne zeigt, wie stark schon die Wahl des Prozentsatzes das Ergebnis verändert – ein Grund, warum wir empfehlen, das Ergebnis mit der detaillierten Bedarfsermittlung zu überprüfen.

Grenzen der Faustformel

Die Faustformel berücksichtigt keine individuellen Fixkosten, keine Kredite, keine besonderen Vorsorgewünsche und keine bereits bestehenden Absicherungen. Wer eine genauere Zahl möchte, sollte die detaillierte Bedarfsermittlung nutzen, die reale Fixkosten und wegfallende Kosten gegenüberstellt.

Was verbraucherschützende Stellen dazu raten

Verbraucherschützer wie die Verbraucherzentrale weisen darauf hin, dass der passende BU-Rentenbedarf von den laufenden Ausgaben, der gewünschten Altersvorsorge, steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Effekten sowie verlässlichen weiteren Einkünften abhängt – nicht allein von einem pauschalen Prozentsatz des Einkommens. Die 70–80%-Regel eignet sich deshalb gut als erster Anhaltspunkt, sollte aber nicht die einzige Grundlage für eine Vertragsentscheidung sein.

Häufige Fragen zur Faustformel

Woher kommt die 70-80%-Regel? +

Sie ist eine in Ratgebern und bei Vermittlern verbreitete Faustregel, keine gesetzliche Vorgabe. Sie soll grob abbilden, dass eine steuerfreie BU-Rente ohne Rentenbeiträge und Werbungskosten meist ein ähnliches verfügbares Einkommen sichert wie ein etwas höheres Nettogehalt vorher.

Ist 75% immer die richtige Wahl? +

Nein. 75% ist ein üblicher Mittelwert, aber Ihre tatsächlichen Fixkosten, Kredite und Sparziele können einen höheren oder niedrigeren Absicherungsgrad sinnvoll machen. Nutzen Sie die detaillierte Bedarfsermittlung, um das zu prüfen.

Sollte ich Kindergeld oder andere Zusatzeinkünfte einrechnen? +

Dieser Schnellrechner arbeitet nur mit dem Nettoeinkommen. Zusätzliche, sichere Einkünfte oder bereits bestehende Absicherungen sollten Sie separat gegenrechnen, bevor Sie eine Versicherungssumme festlegen.

Was ist der Unterschied zu Brutto-Faustformeln, die man manchmal liest? +

Manche Quellen rechnen mit einem Prozentsatz vom Bruttoeinkommen statt vom Netto. Da BU-Renten aus Gründen der Vergleichbarkeit meist auf Basis des Nettoeinkommens kalkuliert werden, verwendet dieser Rechner konsequent das monatliche Netto.

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